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Kronen Zeitung

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AUCH VEREIN IN KRISE

Schicksalstag? Austria hofft auf Fristerstreckung

Claudio Trevisan

Richterin könnte am heutigen Mittwoch schon die Austria Klagenfurt in die Insolvenz schicken. Frist für die GmbH lief ab, das Geld kam nicht. Doch auch der Verein kriselt, hat hohe Schulden. Gesellschafter Zeljko Karajica hofft auf Zeit, auch sein kroatischer Klub steht vor dem Aus. Violetter Wirtschaftsprüfer erklärt die Lage, ein Millionär wartet noch auf sein Geld und dieser Spieler könnte noch vom Vertrag austreten. . .


Am heutigen Mittwoch kann Austria Klagenfurt den Todesstoß verpasst kriegen. Richterin Gudrun Slamanig hat es in den Händen, ob Insolvenz über die GmbH eröffnet wird. Zumal der Zweitligist eine Frist der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) – im Rahmen des im Oktober gestellten Insolvenzantrags – verstreichen ließ, einen hohen sechsstelligen Betrag nicht überwies.

Kärntens ÖGK-Boss Johann Lintner hatte dazu auf krone.at bereits gesagt: „Es ist ein Insolvenzeröffnungsverfahren bei Gericht anhängig. Wir sind dem Verein mit Ratenzahlungen bisher entgegengekommen. Und es gibt auch andere Gläubiger.“

Weiters Lintner: „Es sieht nicht gut aus. Eine weitere Fristerstreckung kann ich mir nicht vorstellen.“

Bild: Kerstin Wassermann

Fristerstreckung?
Auf genau eine solche Fristerstreckung hofft aber der schon seit langem schwer in die Kritik geratene Austria-Gesellschafter Zeljko Karajica, der heute bei Richterin Slamanig vorsprechen will.

Das sagt der Wirtschaftsprüfer
Das bestätigt der violette Wirtschaftsprüfer Ulrich Kraßnig: „Es besteht laut Karajica ein konstruktiver Austausch mit der Richterin und den ÖGK-Ansprechpartnern – eine weitere Fristerstreckung erscheint möglich.“

Investoren-Gespräche?
Damit wolle Karajica Zeit gewinnen. „Um einen Investor zu präsentieren. Entsprechende Verhandlungen sollen dem Vernehmen nach aufgenommen werden“, sagt Kraßnig und betont: „In einer derartigen Situation ist abzuwägen, ob ein Insolvenzverfahren eröffnet werden soll – mit der absehbaren Folge, dass die Gläubiger mangels Vermögens kaum Befriedigung erlangen würden. Oder ob dem Schuldner noch Zeit eingeräumt wird, um finanzielle Mittel aufzubringen und so eine maximale Befriedigung der Gläubiger zu ermöglichen. Davon lässt sich die Richterin bei ihrer Entscheidung leiten.“

Bild: Siegfried Stieglitz

Millionär hofft auf sein geliehenes Geld
Siegfried Stieglitz, der vor kurzem den Verein mit einer Gruppe übernehmen wollte, gehört nicht mehr zu den potenziellen Investoren. „Ein untergehendes Schiff übernimmt man nicht. Mir schuldet Karajica in Form eines Darlehensvertrags bis Sommer 2026 noch 100.000 Euro. Ich hoffe, dass ich sie bekomme“, sagt der Millionär zur „Krone“.

300.000 Euro Schulden
Präsident Robert Micheu seufzt: „Mir geht es auch um die Jugend – bei einer Insolvenz verlieren wir den Akademie-Status.“ Der Verein selbst ist zudem auch in Gefahr, weil überschuldet – mit rund 300.000 €. „Ja. Aber den Verein wird es immer geben“, sagt Micheu, dessen Nachwuchstrainer seit Sommer ihren Gehältern nachlaufen.

Zieht auch Jandrisevits davon?
Zweitliga-Profi Elias Jandrisevits stellte auch eine Frist, trat aber noch nicht aus dem Vertrag aus.

Die Bundesliga zeigt sich abwartend. Im Falle einer Insolvenz müsste die Austria zwangsabsteigen. Dann ist fraglich, ob man den Spielbetrieb aufrechterhalten kann. Falls ja, entscheidet der Landesverband, in welcher Klasse es weitergeht – aktuell agieren die Amateure (also der Verein) in der Kärntner Liga.

Wir schreiben den 22. Oktober 2025. Die „Krone“ berichtet erstmals über Ermittlungen der Kripo & Staatsanwaltschaft (StA) gegen die Austria Klagenfurt. Konkreter: gegen Gesellschafter Zeljko Karajica. Der Vorwurf lautet Wirtschaftsbetrug.

Bild: Krone

Die Untersuchungen gegen den Deutsch-Kroaten (es gilt die Unschuldsvermutung) wurden seitens der StA tatsächlich aber erst einen Tag später offiziell ausgeweitet, bis dahin hatten sie nur Ex-Funktionär Tomislav Karajica betroffen. Was nun auch StA-Sprecher Markus Kitz – nach dem jüngsten „Krone“-Exklusivbericht – so bestätigt: „Ja, seit 23. Oktober läuft ein Ermittlungsverfahren gegen Zeljko Karajica.“

Für Zeljko Karajica und seinen nun abgewanderten Pressesprecher Matthias Linnenbrügger war dies exakt am 23. Oktober dennoch Anlass genug, per Aussendung der „Krone“ mit Klage zu drohen, über ständige „Fake News“ und eine „Rufmordkampagne“ zu jammern. Nun ja: Die Klage kam nie. Warum? Weil die Wahrheit berichtet wurde.

Zu allem Überfluss hatte ein kleines Kärntner Medium Karajica am 25. Oktober (als die Ermittlungen im vollen Gange waren) noch eine Bühne geboten, in der er sich über den „Shitstorm“ ausweinen durfte, zudem auch sagte: „Wir können Schulden rechtzeitig bedienen.“ Nun ja – die Realität sieht anders aus.

Bild: GEPA

Denn die Zustände bei der Austria sind unter seiner Führung eines österreichischen Profiklubs schlicht nicht würdig. Von Transfersperren, fehlenden Gehältern, Spieler-Austritten, nicht bezahlten Kommunalsteuern, ungültigen oder versäumten Jahresabschlussberichten, Klagen, verhängten Exekutionstiteln, dubiosen Sponsoren bis letztlich hin zu einem Insolvenzantrag – all die Fehltritte brachte die „Krone“ ans Tageslicht. Wofür der Verfasser dieser Zeilen auch Drohungen hinnehmen musste. . .

Dass der Standort Klagenfurt nicht für Profifußball tauge, darf hier zudem nicht als Ausrede gelten. Denn Karajica scheiterte bislang auch bei seinen weiteren Klubs: Die abgestiegene Viktoria Berlin ist selbst in der 5. Liga Letzter, beim in die 4. Liga zwangsabgestiegenen HNK Sibenik hauen laut kroatischen Medien die Spieler und Funktionäre ab, warten auf Geld, hatten gestreikt. Auch dort wünscht man sich nur eines: den Abgang Karajicas, des Alleinschuldigen.


Mehr zu diesem Beitrag gibt es auch auf krone.at

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